Brandschützer zogen Bilanz – Ehrungen und Beförderungen
NIEDER-WEISEL (zö). Die Feuerwehr im größten Butzbacher Stadtteil zog kürzlich Bilanz über das Jahr 2008. Die Grüße des Vorsitzenden Hartwig Haub galten dem Landtagspräsidenten und Ortsvorsteher Norbert Kartmann, 1. Stadtrat Mark Kannieß, Vereinsringsvorsitzenden Andreas Ortwein, den anwesenden Vereinsvorsitzenden, der stellvertretenden Stadtbrandinspektorin Bärbel Geretschläger.
Während einer Gedenkminute wurde den verstorbenen Mitgliedern Heinrich Koch, Willi Ehrhard, Dieter Krausgrill, Heinz Volp und Gerrit Richter gedacht.
Zum Jahresende, so der Vorsitzende gehören der FFW Nieder Weisel 401 Mitglieder an. Zu 11 Sitzungen traf sich der Vorstand. Sehr arbeitsintensiv aber auch erfolgreich sei das abgelaufene Jahr gewesen, so Hartwig Haub in seinem Bericht. Gut in Erinnerung bei den Mitwanderern sei die Winterwanderung gewesen, die von Anja Podhorny zum Hausberg geführt und in der Gaststätte „Zur Glocke“ ausklang. Im März wurde über die Anschaffung eines neuen Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) nachgedacht, da das seitherige den TÜV Segen bzw. sonstige Mängel aufweißte. Vom Vorstand entschloss man sich zu einem Neukauf. Nach dem Kauf eines solchen Fahrzeuges wurden die Umbauarbeiten in Eigenregie von Rüdiger Schimpf und Christian Haub durchgeführt. Am Osterfeuer der evangelischen Kirchengemeinde hatte sich die Feuerwehr auch in diesem Jahr wieder beteiligt. Das traditionelle Maibaumstellen mit anschließendem Grillfest wurde von der Bevölkerung wieder gut angenommen. Der Aktionstag der Feuerwehr begann mit einem „lauten Knall“, bedingt durch eine dargestellte Fettexplosion ausgelöst. Beteiligt an diesem Aktionstag auch die Kernstadtwehr, die Polizei, die Johanniter Unfall Hilfe und das Abschleppunternehmen Kran Burgard. Von der Bevölkerung wurde dieser Aktionstag gut angenommen, als Gäste konnten Bürgermeister Michael Merle, Ortsvorsteher Norbert Kartmann begrüßt werden. Darüber hinaus wurden verschiedene Feuerwehrfeste besucht, an dieser Stelle wurde das Kreisfeuerwehrverbandsfest in Rockenberg erwähnt. Am Martinsumzug des evangelischen Kindergartens und der Haingrabenschule hatte sich die Feuerwehr beteiligt. Am Volkstrauertag war eine Abordnung bei der Kranzniederlegung und der Verkehrsregelung eingebunden. Beim Weihnachtsmarkt auf dem Nieder Weiseler Marktplatz standen einige Aktive der Jugendfeuerwehr zur Seite. Abschließend stellte der Vorsitzende fest, dass der Vorstand von den Aktiven und dem Wehrausschuss so viel Unterstützung bekam, die trotz der vielen Einsätze, Übungen, Unterrichte den Verein in irgendeiner Weise helfend zur Seite standen.
Über ein sehr arbeitsintensives Jahr berichtete Wehrführer Alexander Heinz. Wie dieser berichtete, verdoppelte sich die Zahl der Einsätze gegenüber dem Vorjahr. Waren es im Vergleich zu 2006 nur 14 Einsätze, so wurde die FFW Nieder Weisel in 2007 zu 16 Einsätzen gerufen und im Berichtsjahr 2008 gar 32 Alarmierungen. Diese 32 Einsätze gliederten sich in 20 Kleinbrände, 2 Mittel – sowie 2 Großbrände und in 7 Hilfeleistungseinsätze, die sich aufteilten in 3 Amtshilfen, 3 Unwettereinsätze, 1 Türöffnung sowie eine Falschalarmierung durch die Leitstelle. Insgesamt wurden 26 Übungen und Unterrichte angeboten, was ein Pensum von insgesamt 1295, 4 Stunden bedeutet. Im Vergleich zum vergangenen Jahr bei ebenfalls 26 Ausbildungseinheiten waren es damals 942 Stunden. Bei 11 Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle wurden durch die Feuerwehr Brandsicherheitsdienste mit 191, 5 Stunden geleistet. Wehrführer Alexander Heinz merkte dazu an, dass sich die Führung der Butzbacher Feuerwehren sich derzeit mit einer Vorlage für den Magistrat befasst, eine einheitliche und verbesserte Grundlage zur Regelung der Brandsicherheitsdienste im Stadtgebiet auf den Weg zu bringen. Dadurch soll eine Basis zur Pflicht, Notwendigkeit und letztlich zur Anordnung eines Sicherheitsdienstes für die gesamte Stadt Butzbach geschaffen werden. Hier werden dann auch die Voraussetzungen für die Veranstalter neu definiert werden. Wie Wehrführer Alexander Heinz berichtete, wurden auch von einigen Mitgliedern Lehrgänge auf Kreis – und Landesebene besucht. In Sachen Erste Hilfe wurde von einigen Mitgliedern ein 16 Stunden dauernder Erste Hilfe Kurs besucht. Innerhalb der Einsatzabteilung sind 41 Mitglieder aktiv.
1795 Stunden wurden im Berichtsjahr für Übungs,- Einsatz – und Brandsicherheitsdienste aufgewendet. Dies ergibt bei 41 Aktiven einen Schnitt von rund 44 Stunden. Ende November wurde ein gemeinsamer Termin mit der Schulleitung der Haingrabenschule und des evangelischen Kindergartens gefunden, um die Arbeit innerhalb der Jugendfeuerwehr näher zubringen. In jüngster Vergangenheit, so Wehrführer Alexander Heinz weiter, wurden die Weichen für eine Kindergruppe (in Nieder Weisel wird sie „Flammbinis“ genannt) gestellt. Im Stadtgebiet gibt es bereits mehrere Kindergruppen, die allesamt eine überaus positive Bilanz verzeichnen können. Aufgrund der Änderung im Hessischen Gesetz über den Brandschutz, der Allgemeinen Hilfe und den Katastrophenschutz sind Kinder ab dem 6. Lebensjahr nun als ein teil der Einsatzabteilung anzusehen und somit über die Unfallkasse Hessen abgesichert. Mit 5 Betreuerinnen die sich schon mehrmals getroffen haben, sind diese für den Start im März diesen Jahres gut gewappnet. Auch konnten zwei Aktive dazu gewonnen werden, sich mit einer Gründung einer Alters – und Ehrenabteilung zu befassen. Bei der Stadtverwaltung wurde 2008 ein Ersatzfahrzeug für das in die Jahre gekommene Löschgruppenfahrzeug (LF 8) beantragt. Nach Gesprächen mit dem Stadtbrandinspektor bleibt festzuhalten, dass die Feuerwehr auf der Beschaffungs- bzw. Prioritätenliste für 2009 der Stadt Butzbach mit einem LF 10 / 6 sowie einer Ersatzbeschaffung für das vom Verein angeschaffte und mittlerweile betagten Tanklöschfahrzeug bedach sind, so der Wehrführer. Mit stolz konnte Wehrführer Heinz aber auch feststellen, dass bei all den abgeleisteten Einsätzen im Schnitt 13 Mitglieder einsatzfähig sind und das bei ca.3/4 der Einsätze in der Zeit von 6 – 18 Uhr. Außerdem könne man aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und den zahlreichen Arbeitnehmern in und um Nieder Weisel außerdem Ausrückezeiten erzielen, die in Butzbach und Ortsteilen seines Gleichen zu suchen sind, so der Wehrführer. Zum Abschluss des Berichtes gingen dankende Worte an den Stellvertreter Thomas Marx II., dem Feuerwehrausschuss für die Unterstützung, die Mitarbeit und die Bereitschaft, auch Verantwortung und Arbeit zu übernehmen, dem Jugendwart Patrick Bender und seinem Team für die geleistete Arbeit und die investierte Freizeit. Gedankt wurde auch dem Vorstand sowie dem gesamten Verein der Feuerwehr, bei der Stadtverwaltung Butzbach sowie bei den Stadtbrandinspektoren Debus und Geretschläger.
Jugendwart Patrick Bender informierte die Versammlung über die zahlreichen Aktivitäten der Jugendabteilung. So wurden in den Wintermonaten Unterrichte und Spielabende angeboten. Die praktische Ausbildung begann im Frühjahr, mit der Vorbereitung auf die Stadtmeisterschaft und die Leistungsspange. Das Zeltlager der Jugendfeuerwehr führte im Berichtsjahr nach Offenbach bei Herborn. Auch am Aktionstag der Feuerwehr war der Nachwuchs eingebunden und demonstrierte sein Können. Bei einem Spiel ohne Grenzen Wettbewerb in Steinfurth wurde ein 3. Platz belegt. Mit Erfolg wurde an der Leistungsspange in Nidda teilgenommen. Im Rahmen der diesjährigen Abschlussübung wurde eine 24 Stunden Übung durchgeführt. Zahlreiche Einsätze mussten durch die Jugendlichen abgearbeitet werden. Der Stand der Feuerwehr auf dem Nieder Weiseler Weihnachtsmarkt wurde durch die Jugendfeuerwehr betrieben. Innerhalb der Jugendabteilung sind derzeit 9 Jugendliche zu finden. Zum Abschluss des Berichtes dankte Jugendwart Patrick Bender Allen die die Jugendfeuerwehr im Berichtsjahr in irgendeiner Weise unterstützten.
Vereinsrechner Alexander Riegelhuth informierte über die finanziellen Gegebenheiten.
Abgestimmt hatte die Versammlung auch über einen neuen Vereinsbeitrag. Im Oktober fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung zur Satzungsänderung statt. Bei den anstehenden Wahlen zum Vorstand rückte Nico Häuser für den nicht mehr kandidierenden Beisitzer Rüdiger Schimpf in den Vorstand nach. Im Anschluss wurden einige Mitglieder für 60 jährige passive Mitgliedschaft geehrt. Dazu gehören Hans Michel, Erich Häuser und Walter Haub. Ernst Maier und Herbert Friedl nahmen jeweils die Ehrung für 40 Jahre passive Mitgliedschaft entgegen. Und es wurden für 25 Jahre passive und aktive Mitgliedschaft Ellen Göbel – Marx, Silke Nink, Michael Nicol und Gerd Jürgen Häuser geehrt. Durch die Wehrführung und die Stadtbrandinspektorin Bärbel Geretschläger wurde Manuel Keiner zum Feuerwehrmann – Anwärter befördert. Weitere Beförderungen nahmen entgegen: Sebastian Maas, Jan Winter (beide Feuerwehrmann), Dominik Dein, Alexander Riegelhuth (beide Oberfeuerwehrmann), Patrick Selig (Löschmeister) und Rüdiger Schimpf (Hauptlöschmeister). Michaela Heinz und Katharina Reus (beide Fachberaterin Kindergruppe Flammbini.
1.Stadtrat Mark Kannieß überbrachte die Grüsse der städtischen Gremien und Bürgermeister
Michael Merle und dankte der Feuerwehr für ihre geleistete Arbeit. Dieser zeigte sich in seiner Grußadresse beeindruckt vom Aktionstag der Feuerwehr und appellierte auch an andere Feuerwehren, sich Gedanken zu machen über einen solchen Aktionstag. Auch Bärbel Geretschläger dankte im Namen des Fachdienstleiters Wolfgang Scriba für die geleisteten Arbeiten. Kritisch merkte Geretschläger aber an, dass es immer weniger Mitglieder innerhalb der Feuerwehren gibt. Hierfür werde ein Seminar „Die Zukunft der Feuerwehr“ auf Kreisebene im Januar und Februar auf Kreisebene angeboten. Auch sollten sich Jugendliche wieder mehr für die Arbeit der Feuerwehren interessieren, man müsse den Stellenwert einer Feuerwehr mit Öffentlichkeitsarbeit stärken. Die Stadtbrandinspektorin zeigte sich auch beeindruckt über die Gründung einer Bambini Gruppe. Noch etwas kündigte Bärbel Geretschläger mit der Änderung der Altersgrenze für aktive Mitglieder an, diese werde im nächsten Jahr auf 65 Jahre hoch gesetzt werden. Eines wollte die Stadtbrandinspektorin zum Schluss deutlich machen. Man solle Vertrauen haben in die Feuerwehrführung. Diese rief den Aktiven zu, sich nicht durcheinander lassen zu machen von diversen Gerüchten in der Presse (Zusammenlegung der Feuerwehren Ostheim und Nieder Weisel – Auflösung der Einsatzabteilung, geschlossen nach Butzbach wechseln usw.). Wie Bärbel Geretschläger deutlich machte, werde kein Wehrführer und auch die beiden Stadtbrandinspektoren einer solchen Angelegenheit zustimmen. Man soll zusammen stehen, denn nur gemeinsam kann man stark sein rief Sie den Nieder Weiseler Aktiven zu. Denn wie schon Oskar Stork einst sagte: „Der Teamgeist ist heut´ noch gefragt, weil man sich im Team leichter plagt, doch die Gemeinschaft hält nicht lang, wenn man nicht zieht an einem Strang. Ortsvorsteher Norbert Kartmann gratulierte den Verantwortlichen zu ihrem gelungenen Aktionstag, noch mehr Leute sollten sich für die Arbeit der Feuerwehr interessieren. Kartmann ging in seiner Grußadresse auch auf die Problematik des Mitgliederschwundes in den Feuerwehren ein. Zum Abschluss dankte Vorsitzender Hartwig Haub Allen, die sich im letzten Jahr in irgendeiner Weise sich mit der FFW Nieder Weisel verbunden gefühlt hätten, dankte den Vorstands – und Wehrausschussmitgliedern.
NIEDER-WEISEL Für 40 Jahre passive Mitgliedschaft wurde Ernst Maier (r) mit einer Urkunde und der Ehrennadel ausgezeichnet. Ellen Göbel – Marx (M) nahm die Ehrung für 25 jährige Mitgliedschaft vom Vorsitzenden Hartwig Haub (l) entgegen. Zahlreiche Ernennungen und Beförderungen wurden durch Wehrführer Alexander Heinz (hintere Reihe, 2. v. l.)sowie Stadtbrandinspektorin Bärbel Geretschläger sowie dem 2. Wehrführer Thomas Marx II (r) ausgesprochen.
Text + Fotos: zö |